Sichere Suchmaschine mit neuer europäischer Datenschutztechnologie

Launch der neuen Suchalternative Xayn

  • Xayn kombiniert Datenschutz, Kontrolle über Algorithmen und Nutzerfreundlichkeit
  • User können Algorithmen selbst steuern und die dezentrale KI trainieren
  • Aus Berlin in die Welt: Xayn ab heute kostenfrei verfügbar (iOS/Android)

Berlin, den 08. Dezember 2020: Das Berliner Tech-Unternehmen Xayn veröffentlicht heute eine neue Suchmaschine, mit der User sicher Informationen finden. Die europäische Alternative schützt die digitale Privatsphäre der User, gibt ihnen Kontrolle über die Algorithmen und liefert transparent personalisierte Suchergebnisse. Xayn basiert auf aktueller europäischer Forschung zu datenschutzfreundlicher wertebasierter Künstlicher Intelligenz.  

Bislang mussten sich User stets entscheiden zwischen datensammelnden Suchmaschinen mit guten Ergebnissen oder Privatsphäre-wahrenden Alternativen mit ungenaueren Resultaten. Xayn löst diesen Konflikt auf. Mit der App können User außerdem die Suchalgorithmen aktiv steuern. Wischen sie nach rechts, bestätigen sie Suchergebnisse, wischen sie nach links, lehnen sie sie ab. Damit beeinflussen User, was sie in der Zukunft angezeigt bekommen, und trainieren die lokale KI, die sich kontinuierlich verbessern kann.

Datenschutzfreundliche wertebasierte KI aus Europa

„Mir hat es nie gefallen, dass ich mich bei Internetsuchen zwischen dem Schutz meiner Daten und relevanteren Ergebnissen entscheiden musste. Ich hatte auch stets ein mulmiges Gefühl, weil ich nicht wusste, warum mir die Algorithmen bestimmte Resultate anzeigen. Dennoch habe ich die etablierten Suchmaschinen benutzt – einfach, weil ich mit den datenschutzfreundlicheren Alternativen zu oft zu viel Zeit verloren habe“, erklärt Dr. Leif-Nissen Lundbæk, Mitbegründer und CEO von Xayn. „Letztendlich war ich – wie viele andere User auch – einfach in dieser Zwickmühle gefangen, in der die User immer verlieren. Deshalb haben meine Mitbegründer und ich beschlossen, keine Kompromisse mehr einzugehen und eine wirkliche Alternative zu schaffen. Xayn kombiniert Datenschutz, einfache Kontrolle über Algorithmen und Nutzerfreundlichkeit.“

Zudem steht Xayn für transparente ethische KI aus und in Europa – ganz im Sinne der von der EU-Kommission ausgerufenen Digital Decade. Das Ziel: Menschen die Kontrolle über ihre persönlichen Daten zurückzugeben, die sie heute viel zu selten haben. Datenschutz ist auch global ein wichtiges Thema, wie aktuelle Zahlen des 2019 Cyber Security Insights Report zeigen: 92 Prozent der befragten globalen Internetuser sorgen sich demnach um ihre digitale Privatsphäre. Aber auch wenn mehr als zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) mehr denn je über Bedrohungen ihrer Privatsphäre besorgt sind, akzeptieren 64 Prozent gewisse Risiken für eine bessere User Experience. Dass Suchanfragen rund 30 Prozent des gesamten globalen Webseiten-Traffics ausmachen, unterstreicht die Notwendigkeit einer sicheren und nutzerfreundlichen Suchalternative.

„Bisher hing die Qualität der Suchen hauptsächlich davon ab, wie viele Daten die Unternehmen über ihre User sammelten. Je mehr Daten sie für die Erstellung von personalisierten Profilen sammelten, desto besser war auch das Resultat. Das Problem dabei ist aber, dass wir so unsere Privatsphäre verlieren. Wir wollen dies ändern. Denn das Recht auf Privatsphäre ist ein grundlegendes Menschenrecht“, betont Professor Michael Huth, Mitbegründer, Chief Technology Officer und Dekan am Imperial College London. „Es ist erstaunlich, wie oft wir User bislang noch unser Recht auf Privatsphäre aufgeben, wenn Alternativen mit der gewohnten Nutzerfreundlichkeit nicht gleichauf sind. Datenschutztechnologie kann sich nur dann durchsetzen, wenn es Alternativen gibt, die mit den etablierten Angeboten konkurrieren können. Deshalb haben wir Xayn geschaffen, eine personalisierte, nutzerfreundliche Suchalternative, mit der die Daten beim User bleiben.“

Xayn basiert auf der unternehmenseigenen Plattform XayNet, die vor vier Jahren als Forschungsprojekt begann und seitdem als Open-Source-Projekt betrieben wird. Statt die Daten zu den Algorithmen zu bringen, bringt XayNet die Algorithmen zu den Daten. Die Plattform kombiniert föderierte Analytik für datenschutzgerechte Produktanalyse und das Training von KI-Modellen über Millionen von Geräten mit dem sogenannten maskierten föderierten Lernen. Die Plattform und die Suchalternative zeigen so, dass der Konflikt zwischen Nutzerfreundlichkeit und Privatsphäre durch Technologie gelöst werden kann.  

Funktionen der Xayn-App

Xayn zielt darauf ab, eine konkurrenzfähige Alternative zu den etablierten Suchmaschinen zu werden, indem Privatsphärenschutz, Transparenz und Nutzerfreundlichkeit mit dezentraler KI kombiniert werden. Das Berliner Technologieunternehmen hinter der App will so Datenschutztechnologien für die Allgemeinheit verfügbar machen. Dazu verfügt die Xayn-App über folgende Funktionen:  

  • Deine KI“: User können selbstständig mit einem Klick entscheiden, ob sie personalisierte oder entpersonalisierte Suchergebnisse erhalten.  
  • KI-Swiping“: User können die Algorithmen steuern, indem sie angezeigte Suchergebnisse mit einem Wisch bestätigen oder ablehnen. Damit trainieren sie gleichzeitig auch die KI für zukünftige Suchen.  
  • Deine Collections“: User können präferierte Webinhalte wie Nachrichten, Videos und Webseiten in selbst angelegten Collections sammeln, speichern und sortieren. So verlieren sie keine Informationen.  
  • Dein Startbildschirm“: User erhalten mit dem personalisierten Startbildschirm ihren persönlichen Feed zum gesamten Web. Die von der KI für sie kuratierten Ergebnisse können sie analog zu den Suchergebnissen durch Wischen bestätigen oder ablehnen und behalten so die Kontrolle darüber, was ihnen angezeigt wird.  
  • Intuitive Benutzeroberfläche: Eine Einhand-Steuerung und Null-Klick-Suche erleichtern den Usern die Interaktion mit der App.  

Ab heute können Online-User die Xayn-App kostenfrei im Apple App Store und dem Google Play Store herunterladen.  

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Über Xayn

Xayn ist eine sichere Suchmaschine, die Usern Kontrolle über die Algorithmen gibt und transparent personalisierte Suchergebnisse liefert. Xayn basiert auf aktueller Forschung zu datenschutzfreundlicher Künstlicher Intelligenz aus Europa und hat das Ziel, über nutzerfreundliche Privatsphäre-Technologie Datenschutz für jeden zugänglich zu machen.

Das KI-Unternehmen begann als Forschungsprojekt an der Universität Oxford und dem Imperial College London von Dr. Leif-Nissen Lundbæk und Professor Michael Huth. Zusammen mit Felix Hahmann gründeten sie 2017 das Technologieunternehmen. Der akademische Hintergrund spiegelt sich auch im 28-köpfigen Team, das aus 30 Prozent promovierten Wissenschaftler*innen besteht. Das Berliner Unternehmen entwickelte die Open-Source-Plattform XayNet für Federated Learning und Analytics, auf der auch die Suchmaschine Xayn basiert. Earlybird VC und Dominik Schiener haben in das Unternehmen investiert, das bereits mit Porsche, Daimler, der Deutschen Bahn und Siemens arbeitete.

Downloads:

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TECHNOLOGIE UND FUNKTIONSWEISE

Wie funktioniert Xayn?
Xayn verfolgt mit dem sogenannten Computing on the Edge einen dezentralen Ansatz. Die App basiert auf XayNet, ein eigens entwickeltes Framework für maskiertes föderiertes, maschinelles Lernen. Statt Nutzerdaten kombiniert Xayn lediglich die verschlüsselten KI-Modelle der jeweiligen Endgeräte asynchron mit homomorpher Verschlüsselung zu einem kollektiven Modell. Dieses kollektive Modell wird dann in einem zweiten Schritt erneut zu den Endgeräten zurückgespielt. So bleibt die Privatsphäre der User geschützt und die jeweiligen Modelle lernen voneinander.  

Auf jedem Endgerät arbeiten in der App dabei vier KI-Modelle zusammen, um den Usern die relevantesten Suchergebnisse zu präsentieren.

  • KI 1 für Sprachverarbeitung (quantifiziertes, mobile-optimiertes mehrsprachiges Sentence-BERT Modell):
    Das erste KI-Modell, das Xayn für Mobile-Nutzung optimiert hat, verarbeitet die natürliche Sprache der Suchanfragen und -resultate. Da die KI Zahlen und nicht Wörter verarbeitet, verwendet Xayn Worteinbettungen, die Wörter auf Zahlenvektoren abbilden.  
  • KI 2 für Interessenscluster (unüberwachtes Cluster-Modell namens Col):
    Das zweite KI-Modell – genannt Col – gruppiert diese Punkte in verschiedene Interessenscluster wie zum Beispiel Sport, Kultur etc. Anschließend berechnet Xayn den Abstand zu den Cluster-Schwerpunkten, um später im Ranking-Modell den Rechenaufwand zu reduzieren. Diese Interessenscluster sind sehr dynamisch, da sich Interessen der User ändern können. Sie sind außerdem sehr feinkörnig: Denn sie repräsentieren nicht nur größere Kategorien wie Sport und Kultur, sondern auch spezielle Cluster wie “Kanufahren im Spreewald”.
  • KI 3 für Domainvorlieben (KI namens ListNet zur Analyse der Suchchronik):
    Das dritte KI-Modell namens ListNet analysiert die Chronik der Suchinteraktionen. Dieses Modell lernt, welche Domains die User besonders interessieren – also zum Beispiel Wikipedia statt Instagram.
  • KI 4 für Kontextualisierung (dynamischer kontextueller Multi-Armed Bandit):
    Das vierte KI-Modell führt die Informationen von Col (Modell 2) und ListNet (Modell 3) zusammen. Dieser dynamische kontextuelle Multi-Armed Bandit ist ein Verstärkungsalgorithmus (reinforcement learning). Xayn lernt daraus, was für User in bestimmten Kontexten (zum Beispiel Zeit und Ort) wichtiger ist. Das Modell unterscheidet dabei ebenfalls, welche Interessen User anderen Interessen vorziehen – beispielsweise, ob sich ein User bei der Suche nach “Barcelona” eher für Sightseeing oder Restaurants interessiert. Da sich Interessen von Usern verändern können, erkundet dieses Modell auch neue Wege. Außerdem lernt Xayn hier, welche Arten von Informationen User in welchen Kontexten bevorzugen – zum Beispiel, ob sie sich mehr für Nachrichten, Bilder- oder Video-Content interessieren.

Die App präsentiert zu Beginn generelle Suchergebnisse, verfeinert diese aber mit jeder einzelnen Interaktion und passt sich so immer besser an die User an. Sie können der KI buchstäblich beim Lernen zuschauen und erhalten relevante Suchergebnisse, während gleichzeitig stets die Privatsphäre geschützt ist.

Warum sollen Usern durch Wischen (“Swiping”) mit Xayn interagieren?
Bei jeder Suche können User direkt Feedback geben, sodass die App zukünftige Suchergebnisse verfeinert. Wischen User nach links, ist das angezeigte Suchresultat für sie uninteressant. Mit einem schnellen Wisch nach rechts zeigen sie der App, dass sie das Ergebnis interessiert. Mit einem langsamen Wisch nach rechts können sie das Ergebnis in den Content-Sammlungen, den sogenannten Collections, speichern.  

Was sind die Collections?
Damit Suchen und vor allem Suchergebnisse nicht verloren gehen, können User eigene Content-Sammlungen, sogenannte Collections, anlegen. Hier können sie Webseiten, Nachrichten, Videolinks und mehr speichern, sortieren und später flexibel darauf zugreifen.

Wie funktioniert der personalisierte Startbildschirm?
Der personalisierte Startbildschirm zeigt Usern ähnlich wie ein Social-Media-Feed eine Auswahl kuratierter Content-Vorschläge. Xayn bedient sich hierbei allerdings anders als Social-Media-Kanäle nicht aus einem geschlossenen System, sondern nutzt das gesamte Web als Grundlage. Parallel zu den Suchresultaten optimiert sich auch der Startbildschirm mit jeder Interaktion und präsentiert relevante Content-Vorschläge aus der Fülle des Webs.  

Welche Voraussetzungen muss ein Smartphone für die Xayn-App erfüllen?
Wir empfehlen, die Xayn-App mit einem möglichst aktuellen Smartphone zu nutzen – für Apple ab dem iPhone 8 und für Android-Betriebssysteme ab Version 9.

Gibt es Xayn auch als Desktop-Version?
Eine Desktop-Version von Xayn sowie weitere Features sind bereits in Arbeit und folgen in zukünftigen Versionen.  

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Dr. Clara Herdeanu
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